(T) Raum Akustik

Dem Gestaltungswillen der Architektur, eine minimalistische Formensprache zu etablieren, steht fast immer eine schlechte Raumakustik gegenüber.

Bei der Besichtigung einer unmöblierten Wohnung oder eines Hauses ist dieses Defizit deutlich bemerkbar, sobald  im Raum das erste Wort gesprochen wird oder das erste Geräusch an die Ohren dringt. Der „hallige“ Raum erzeugt zwar eine akustische Dimension von Großzügigkeit, dieser hat aber auch erhebliche Nachteile.

Ursprung dieser Tatsache sind die meist rein nach baulichen Standards erstellten Wände und Decken. Diese sollen in erster Linie ausreichend Schallschutz nach DIN4109 bieten – die Forderung der Raumakustik und Hörsamkeit nach DIN18041 findet üblicherweise nur in Zweckbauten statt. Nur wenige Architekten und Gestalter haben zudem einen sensiblen Anspruch zur Raumakustik.

Was oft falsch verstanden wird - Raumakustik-Optimierung verbessert die Hörsamkeit des Raumes im Allgemeinen, egal ob Sie dort Musik hören wollen oder nicht. Bei Gesprächen und bei von außen in den Raum eindringenden Schall (beispielsweise geöffnetes Fenster) wird die Schallenergie nicht mehr zusätzlich durch den Raum verstärkt. So muss die Stimme nicht unnötig laut strapaziert werden. Es kann auch beispielsweise der TV-Ton reduziert werden, da die Dialog klarer verständlich werden. 

Eine gute Raumakustik sorgt für Behaglichkeit und weniger Stress!


Wolfgang Höhne, Dipl.-Ing. [FH] Innenarchitektur
Peter-Bied-Straße 41 | 65929 Frankfurt am Main

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Guter Akustik = Gesundes Raumklima 

Das Lärm krank macht, ist erwiesen. Dies bezüglich spricht der Architekt vom konstruktiven Schallschutz. Innerhalb der DIN Regelwerken ist festgelegt wie viel Lärm von Raum zu Raum übertragen werden darf. Man spricht vom Schalldämm-Maß, hierbei gibt es die Unterscheidung von Luftschall und Körperschall. Luftschall ist beispielsweise das gesprochene Wort oder auch die Musik aus dem Lautsprecher. Beim Körperschall wird die Schallausbreitung innerhalb der Wand und Decke betrachtet. So wird der Estrich „schwimmend“ verlegt, damit Schrittgeräusche nicht auf die Decke übertragen werden und so in den darunterliegenden Raum gelangen. Es wird also versucht störenden Schall so gut wie möglich (aber auch nicht besser als nach DIN nötig) zu isolieren.

Bei elektrisch erzeugter Musik beispielsweise im Heimkino, dringen insbesondere die tiefen Frequenzen wenig gehindert in die Nachbarräume. Dies liegt an dem Normenwerk, da hier ganz tiefe Frequenzen nicht bewertet werden. Jedoch sind entsprechende Maßnahmen zur wirksamen Isolierung aufwendig und bedürfen einen hohen Konstruktionsaufwand.

Die zweite Komponente zur gesunden Raumakustik ist die Hörsamkeit bzw. mindestens die Nachhallzeit eines Raumes. Hier werden nur für die Zweckbauten wie Büroräume Standards definiert. So ist es in der Regel häufig der Fall, dass ein puristisch gestalteter Wohnraum immer eine schlechte Akustik hat weil diese nicht verpflichtend zu planen ist.

"Sprechen Sie mich gerne an, denn ich versuche mit der Anlehnung an die  DIN18041 (Standards z.B. eines Büroraumes) auch Wohnräume zu planen. Sollte im privaten Wohnumfeld auf die kognitive Ergonomie eines optimierten Raumes verzichtet werden? Meine Meinung nach nicht und wer persönlich die Erfahrung gemacht hat - ganz sicher nicht!"